Bürgerinitiativen protestieren gegen die weitere Errichtung von Windkraftanlagen in der Nähe von Siedlungen und in Brandenburger Wäldern Am 10.01.2012 trafen sich in Fichtenwalde über 23 Bürgerinitiativen aus dem gesamten Land Brandenburg. Alle sehen die Gefahr, dass durch die weitere Errichtung von noch mehr Windkraftanlagen (WKA) im Land Brandenburg dieses nicht wieder gutzumachenden Schaden nimmt. Konsens konnte in der Aussage erzielt werden, dass mit den bereits existierenden über 3.000 Windkraftanlagen im Land Brandenburg eine Grenze der Belastbarkeit überschritten ist. Die von der Landespolitik als Fortschritt und Energiewende propagierte Errichtung von noch mehr Windkraftanlagen führt in vielen Fällen zu einer extremen Belastung der zumeist ländlichen Bevölkerung. Gebiete wie die Nauener Platte oder die Uckermark sind Beispiele dafür, wie ein unsensibler Umgang von Seiten der Politik mit den neuen Technologien zur Zerstörung des Lebensraumes, der gesundheitlichen Schädigung von Menschen, der Spaltung von bisher intakten Gemeinden führt. Darum fürchten immer mehr Menschen von der Lausitz bis Wandlitz, vom Niederen Fläming bis Zossen um den Erhalt ihres Lebensraumes. Die ungeheuren finanziellen Mittel der Windkraftanlagen-Betreiber, die verständlichen Begehrlichkeiten vieler Grundstücksbesitzer durch die hohen, in Aussicht gestellten Pachtgewinne und die Ignoranz vieler Politiker gegenüber den Problemen, allen voran von Ministerpräsident Platzeck und Umweltministerin Tack, führen zu einem Gefühl der Ohnmacht in den betroffenen Gebieten und zum weiteren Politikverdruss. Die Konsortien der WKA-Betreiber erzeugen enormen Druck im Land Brandenburg, um noch mehr Windkraftanlagen aufstellen zu können. Für diese Firmen winken enorme Gewinne, die per Gesetz garantiert werden. Hier geht es nicht um ökologisch sinnvolles Verhalten, sondern um Profitgier! Um diesem Druck besser standhalten zu können und sinnvolle, für das Land Brandenburg zukunftsweisende Lösungen zu finden, vereinbarten die Bürgerinitiativen eine engere Zusammenarbeit, um mit vereinten Kräften größere Wirkung zu erzielen. Die Bürgerinitiativen fordern die Einhaltung des Menschenrechtes auf einen gesunden Lebensraum für alle Bürger des Landes Brandenburg, sie fordern, die Errichtung weiterer Anlagen zu stoppen und für die Zukunft gesetzliche Mindestabstände für Windkraftanlagen zu besiedelten Gebieten in Abhängigkeit von der Größe der inzwischen bis zu 200m hohen Windräder. Vor der Errichtung weiterer Windparks oder Photovoltaikanlagen sollten zunächst offene Fragen, wie die Probleme des Stromnetzausbaus, der sinnvollen und effektiven Speicherung der erzeugten Energie geklärt werden. Die Umweltministerien Tack und die energiepolitischen Sprecher aller Fraktionen sind gefordert, sich den Problemen durch die erneuerbaren Energien zu stellen und nicht nur Erfolgsgeschichten zu präsentieren. Ein besonderer Schwerpunkt war die gemeinsame Verabschiedung einer "Petition zum Erhalt der märkischen Wälder an den Landtag nach Artikel 24 der Verfassung des Landes Brandenburg", welche noch im Januar dem Petitionsausschuss überreicht wird. Hintergrund ist das seit 1. Januar 2011 durch einen Erlass des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz vereinfachte Genehmigungsverfahren zur Errichtung von Windkraftanlagen im Wald. Offiziell spricht die Landesregierung von 10% der Brandenburger Wälder , d.h. 96.000 Hektar bewaldete Fläche sind demnach für derartige Anlagen geeignet. 96.000 Hektar Wald, die von der jetzigen Landesregierung zum Kahlschlag freigegeben werden! 96.000 Hektar Wald, die unserem Land unwiederbringlich verloren gehen. Bereits jetzt laufen die Planungen für mehrere Anlagen in Brandenburger Wäldern. Die Errichtung würde einen massiven Kahlschlag im Wald bedeuten, denn es sind bis zu 6.000 m² Wald für ein Windkraftrad zu roden und auch langfristig vom Bewuchs freizuhalten, es müssen Zufahrtswege und Stromtrassen in den Wald geschlagen werden. Zudem würde es durch die Windräder selbst, aber auch durch die großen Mengen an benötigten Schmiermitteln zu einer vielfach erhöhten Brandgefahr kommen. Es widerspricht der menschlichen Vernunft den CO2-Speicher Wald für die Gewinnung CO2-neutraler Energie zu opfern. Die Bürgerinitiativen verurteilen die Vernichtung des Waldes für die Errichtung von Energieanlagen jeder Art und fordern die Rücknahme des Erlasses. Die Teilnehmer des Treffens waren sich darin einig, in Zukunft verstärkt zusammenzuarbeiten. Erste Schritte zu einer umfassenden Vernetzung und weitere Treffen wurden beschlossen. Stefan Müller Bürgerinitiative Fichtenwalde - Natürlich gegen Lärm |